Das Dorf Kukuk

Der idyllische Ort Kukuk, in dem das Ferienhaus liegt, ist von Wald und See umgeben, inmitten der ursprünglichen Landschaft des Naturparkes Sternberger Seenland. Da große Straßen fehlen, gibt es keinen Durchgangsverkehr.

Historisches
Eine Ortschronik von Kukuk ist mir bislang nicht bekannt. Wahrscheinlich hatten die Bewohnerinnen und Bewohner immer gerade Wichtigeres zu tun. Hinzu kommt, dass innerhalb Mitteleuropas Mecklenburg eins der am wenigsten erforschten Länder sein soll. Und innerhalb Mecklenburgs ist wiederum der Bereich um den Klein Pritzer See (früher Nepersmühlenscher See) fast völlig unerforscht. Die Entwicklung bis ins Mittelalter stellt sich nach meinen Recherchen ungefähr so dar:


Die Mecklenburger Seenplatte wie wir sie heute kennen ist vor ca.15.000 Jahren mit dem Ende der letzten großen Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit) entstanden. Die zurückweichenden Gletscher schufen tiefe Mulden und transportierten außerdem Unmengen von Geröll, das sie ablagerten. Dadurch entstand die heutige Endmoränenlandeschaft mit ihren Hügeln und tausend Seen. Die größte Binnen-Wasserfläche Deutschlands war geboren.

Die erste Besiedlung erfolgte im spärlichen Umfang vor ca. 12.000 Jahren durch arktische Jäger und Sammler. Einer der bedeutendsten Fundplätze aus dieser Zeit liegt in Siggelkow bei Parchim. Viel später als in anderen mitteleuropäischen Gebieten begannen diese Nomaden erst vor ca. 5.000 Jahren sesshaft zu werden. Um hundert vor unserer Zeitrechnung hatten sich germanische Stämme wie die Langobarden herausgebildet. Zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert zogen diese Stämme als Teil der Völkerwanderung nach Westen. Die nahezu menschenleeren Gebiete wurden ab dem 7. Jahrhundert von slawischen Stämmen besiedelt. Die bedeutendste Gruppe waren die Obotriten. An sie erinnert noch heute der Obotritenring in Schwerin. Mit dem sogenannten Slawenkreuzzug (1147) und der Eroberung Mecklenburgs (1160) durch den noch heute insbesondere in München und Braunschweig hochverehrten Heinrich der Löwe endete die slawische Zeit.

Auch im Bereich des heutigen Naturparks Sternberger Seenland, in dem auch Kukuk und der Klein Pritzer See liegen, erfolgte die slawische Besiedlung im 7. Jahrhundert. Der hier ansässige Stamm bezeichnete sich nach der Varnova (Rabenfluß) als Warnower. Die Besiedlung erfolgte immer in Gewässernähe bzw. auf Inseln. Auch die Kukuk gegenüberliegende Insel „Schulzenwerder“ war besiedelt und mit einer Palisade umgeben. Im Jahr 2001 gefundene Palisaden- und Rundhölzer wurden zwischen 969 und 1002 datiert. Eine Brückenkonstruktion zum ebenfalls in der Slawenzeit errichteten Burgwall auf dem Werder (Schwedenschanze) konnte nicht belegt werden. Da eine richtige Erforschung des Sees, der Inseln und des Werders nie stattgefunden hat, kann es sie aber trotzdem gegeben haben. Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass die Slawenburg auf dem Werder eine Verbindung zur Insel hatte und vielleicht eine ähnliche Dimension wie die große Anlage in Groß Raden hatte. Das hat bislang aber leider niemand erforscht.

Zum Namen "Kukuk" gibt es mindestens zwei Erklärungen:
1. Im Kirchbuch der Kirche Hohen Pritz von 1751 soll eine Glashütte erwähnt sein, die das einfache Mecklenburger Waldglas herstellte. Hier soll ein aus Oberode zugewanderter Glasbläser genannt sein, der den Namen Kuckuck trug. Er könnte für den Namen verantwortlich sein.
oder
2. Der Name stammt vom altslawischen Wort kok oder kuk, dem Namen des Lokators ab, und bedeutet also Ort des Kokaša. Der Lokator war ein mittelalterlicher Subunternehmer, der meist im Auftrag eines Landesherrn für die Urbarmachung, Vermessung und Zuteilung von zu erschließendem Land verantwortlich war. Darüber hinaus warb er Siedler für diese Zwecke an.


Außerdem heißt es bei Tilo Schöfbeck "Das Land Sternberg im Mittelalter (7.-13. Jh.). Genese einer Kulturlandschaft im Gebiet der Warnower", dass auf dem Gebiet des heutigen Kukuk der untergegangene Ort Newoppersmohlen (Nepersmühlen) lag. Der Name des Ortes wird erstmalig 1280 erwähnt und geht auf den slawischen Adligen Newoper (Neper) zurück. Ob der Ort tatsächlich an Stelle des heutigen Kukuk lag, ist allerdings umstritten. Auch Ruest und Schlowe erheben Anspruch darauf, dass sie die Nachfolger von Nepersmühlen sind.
 

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